FAKUMA 2026: Partnerprojekt

Auf der Fakuma 2026 zeigen die Partner ARBURG (Spritzgießmaschine), Kebo (Werkzeug) und Matriq (Bauteilmarkierung) ein innovatives Markierungsverfahren für die Medizintechnik: Ein elektrischer ALLROUNDER 570 A in Reinraumausführung fertigt exemplarisch Gehäuse für Autoinjektoren mit einem 4-fach-Werkzeug. Über einen dynamischen Formeinsatz, der mit 144 je nur 0,28 x 0,28 Millimeter großen Heizelementen bestückt ist, werden direkt im Spritzgießprozess individuelle Data-Matrix-Codes auf das Bauteil aufgebracht. Dieses Verfahren eignet sich für ein vielfältiges Materialspektrum, erfordert keine nachgeordneten Prozessschritte und kann Energiebedarf, Taktzeit und Kosten deutlich reduzieren.

Inline-Markierung über Mikroheizer im Formeinsatz

In einer Zykluszeit von rund elf Sekunden produziert ein elektrischer ALLROUNDER 570 A in Reinraumausführung je vier Autoinjektor-Gehäuse. Die Hochleistungsmaschine der Baureihe ALLDRIVE ist für die schnelle und präzise Serienfertigung von Medizintechnik-Produkten prädestiniert und erfüllt die Anforderungen für die Fertigung in der Reinraum-Klasse ISO 7. Das 4-fach-Werkzeug basiert auf dem bewährten Kebo „Lift & Strip“- Konzept und wird vollständig mechanisch und synchron über den Maschinenauswerfer betätigt. Der Clou der Anwendung ist ein in die Kavitäten integrierter dynamischer Formeinsatz, über den jedes Bauteil einen individuellen Data-Matrix-Code erhält. Der Einsatz verfügt über 144 einzeln ansteuerbare Mikroheizer, die innerhalb von Millisekunden auf Temperatur gebracht werden und dabei individuelle geometrische Strukturen erzeugen. Jeder Mikroheizer misst nur 0,28 x 0,28 Millimeter und wiegt nur rund 0,0000015 Gramm (1,5 Mikrogramm) – und damit 20.000-mal weniger als ein Reiskorn. Auf nachfolgende Prozessschritte kann verzichtet werden. Das reduziert Taktzeit, Aufstellfläche sowie Kosten für ein zusätzliches Markierungsgerät und Robot-System für das Teile-Handling.

Medizinprodukte zu 100 Prozent rückverfolgbar

Ein zentrales Datenbanksystem kommuniziert mit der GESTICA Maschinensteuerung sowie dem Matriq-System über eine OPC-UA-Schnittstelle. Die Teile-ID und die relevanten Produktions- und Messdaten des ALLROUNDERs sowie die individuellen Data-Matrix-Codes werden in der Datenbank synchron verknüpft. Die Bauteile können anschließend mittels Kamerasystem eindeutig identifiziert und präzise den jeweiligen Produktions- und Messdaten zugeordnet werden. Damit lassen sich jederzeit Maschinendaten und Prozessparameter wie z. B. Datum, Schusszahl, Spritzdruck und Massepolster abrufen.

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