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Hochleistung dank Modularität
Das konsequente Umsetzen des Firmenleitsatzes „Allrounder für wirtschaftliches Spritzgießen“ ist das primäre Ziel aller Entwicklungen bei ARBURG. Es gilt, innovativ vorzudenken und das modulare Produktprogramm kontinuierlich zu erweitern. Aktuelles Beispiel: Am elektrischen ALLROUNDER 570 A steht ab sofort neben der größten elektrischen Spritzeinheit 800 auch die Größe 1300 zur Verfügung. Das Besondere hierbei, die Spritzeinheit 1300 verfügt über einen hydraulischen Einspritzspeicher. Ergebnis ist eine Hochleistungsmaschine in Bezug auf Einspritzleistung, Dynamik, Geschwindigkeit und Präzision.
 
Ein wesentlicher Vorteil von hydraulisch angetriebenen Einspritzachsen gegenüber elektromechanischen Varianten ist, dass sie eine hohe Kraft- und Leistungsdichte bei gleichzeitig kompakter Bauweise bieten. Durch den Einsatz von hydraulischen Druckspeichern können dabei hohe Einspritzgeschwindigkeiten erzielt werden. Entsprechend hoch ist hier dann auch die Dynamik, das heißt wie schnell die Geschwindigkeiten aufgebaut werden können. All diese Eigenschaften sind gerade für das Füllen von Spritzteilen mit extrem unterschiedlichen Wandstärken und langen Fließwegen oder von dünnwandigen Spritzteilen entscheidend. Kombiniert man den sogenannten Einspritzspeicher mit einem elektromechanischen Dosierantrieb, ergibt sich eine hochleistungsfähige Spritzeinheit, die eine hohe Plastifizierleistung bei gleichzeitig schnellen Zyklen zulässt. Dies ist beispielsweise im Bereich der Mehrkavitäten-Anwendungen sowie für Verpackungsartikel oder Dünnwandanwendungen vorteilhaft.
 
Hydraulisch angetriebenen Einspritz­achsen werden allerdings oftmals mit dem Vorwurf konfrontiert, ungenauer zu arbeiten als elektromechanische Varianten. In den meisten Fällen wird aber auch der für die Einspritzbewegung zuständige Hydraulikzylinder nur einseitig mit Druck beaufschlagt. Die Wirkungsweise eines solchen Einspritzsystems ist vergleichbar mit einem Automobil ohne aktive Bremsen. Die definierte Geschwindigkeit kann nicht so schnell und so exakt eingehalten werden, da es hier nur die Steuermöglichkeiten „Druck geben” oder „Druck weg” gibt.
Für eine höhere Präzision von hydraulischen Einspritzsystemen hat ARBURG die lagegeregelte Schnecke (LGS) im Programm, die auch immer bei einem Einspritzspeicher zum Tragen kommt. Der für die Einspritzbewegung zuständige Hydraulikzylinder wird hier gleichzeitig von beiden Seiten her mit Druck beaufschlagt. Mit Hilfe von Druckaufnehmern sowie eines eigenen, geschlossenen Regelkreises (Servoregelung) lässt sich die Einspritzachse sowohl gezielt beschleunigen als auch bremsen. Regelparameter sind neben der Schneckenposition (Wegmesssystem) auch der Differenzdruck zwischen den beiden Zylinderkammern. Druckaufnehmer und Hydraulikventile sind verbrauchernah angeordnet. Daraus resultieren sehr kurze Ölsäulen und eine direkte Regelbarkeit der Bewegungen. Zusammen mit der Differenzdruckregelung wird eine äußerst exakte Positions-, Geschwindigkeits- und Druckregelung ermöglicht.

Die erzielbare Reproduziergenauigkeit eines hydraulischen Einspritzsystems mit Einspritzspeicher und LGS ist mit einer elektromechanischen Variante vergleichbar. Mit einem solchen System lassen sich jedoch wesentlich höhere Einspritzgeschwindigkeiten erreichen. Hieraus ergibt sich wiederum eine höhere Einspritzleistung, die für Hochleistungsanwendungen benötigt wird.
Am elektrischen ALLROUNDER A waren bisher bereits die Nebenachsen „Auswerfer“, „Düse fahren“ und „Kernzüge“ als hydraulische Alternative verfügbar. Durch die Spritzeinheit 1300 mit hydraulischem Einspritzspeicher wird die Ausstattung der Baureihe noch flexibler. Gleichzeitig erweitert sich ihr Einsatzspektrum.

Zukünftig kann der ALLROUNDER 570 A für Anwendungen eingesetzt werden, deren Leistungsanforderungen bei vergleichbarer Präzision deutlich über denen der größten elektrischen Spritzeinheit 800 liegen. Trotzdem bleibt die Maschine energieeffizient durch die übrigen, elektrischen Bewegungsachsen wie etwa für das Schließsystem oder die Dosierachse.
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