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Optimierungspotenziale beim Mikrospritzgießen
Die Miniaturisierung von Bauteilen und Baugruppen führt bei Spritzgussteilen zu immer kleineren Schussgewichten. Liegen diese unter einem Gramm ist die Verweilzeit des Materials im Zylinder unter Umständen sehr lang und der Verschiebeweg der Schnecke aufgrund des geringen Einspritzvolumens extrem klein.

Für das Mikrospritzgießen werden deshalb häufig optimierte Spritzeinheiten und Schneckendurchmesser gefordert. Ziel der Optimierung ist, die Verweilzeit zu reduzieren und einen akzeptablen Schneckenverschiebeweg beizubehalten, um den Einspritzvorgang präzise kontrollieren zu können.
Ein Lösungsansatz ist die weitere Miniaturisierung der bewährten Drei-Zonen-Schnecken, deren realistisch umsetzbarer Schneckendurchmesser zurzeit im Bereich bis 15 mm liegt. Unter Berücksichtigung der aktuell erhältlichen Granulatgrößen von minimal 2 mm Durchmesser ist allerdings eine Verkleinerung des Schneckendurchmessers nicht mehr möglich. Grund dafür ist die erforderliche Gangtiefe von mindestens 3 mm in der Einzugszone. Der Kerndurchmesser der Schnecke würde in diesem Bereich derart verringert, dass die bei der Plastifizierung auftretenden Drehmomente nicht mehr aufgefangen werden könnten.
Realisierbar ist allerdings der umgekehrte Weg: Die Verkleinerung der Granulatkörner in Form von Mikrogranulaten mit Korndurchmessern von weniger als 1,5 mm. Speziell für die Verarbeitung von Mikrogranulat hat ARBURG für das Spritzaggregat 30 eine modifizierte Schnecke mit 12 mm Durchmesser entwickelt. Eine geringe Gangtiefe in der Einzugszone gewährleistet dabei die erforderliche mechanische Stabilität der Schnecke.
Bei Versuchen im ARBURG Anwendungstechnikum mit dieser 12-mm-Schnecke und Granulaten mit 0,5 bis 1,5 mm Korndurchmesser hat sich gezeigt, dass die im Mikrospritzguss oftmals kritische Verweilzeit nahezu halbiert werden kann. Außerdem belegen die ermittelten Ergebnisse eine deutlich verbesserte Reproduzierbarkeit.

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