Aufgrund ihrer hervorragenden Eigenschaften werden daher in vielen Anwendungsbereichen vermehrt Silikonkautschuke als Weichkomponente eingesetzt. LSR ist bis in hohe Temperaturbereiche einsatzfähig und zeichnet sich durch hervorragende elektrische Eigenschaften, eine gute Beständigkeit gegenüber vielen Chemikalien und eine hohe Alterungsbeständigkeit aus. Um beim Zweikomponententeil eine dauerhafte Verbindung der Thermoplast- und Silikon- Komponenten zu erreichen, werden in erster Linie formschlüssige Verbindungen verwendet. Alternativ besteht die Möglichkeit, einen Haftvermittler auf den Thermoplast-Vorspritzling aufzutragen, wodurch eine chemische Verbindung beider Werkstoffe erreicht werden kann. Allerdings ist in diesem Fall eine vollautomatische Fertigung nur schwer möglich, da der Prozess für den Auftrag des Haftvermittlers unterbrochen werden muss. Einen kontinuierlichen Prozess erlauben dagegen haftungsmodifizierte Silikon-Typen, die bereits einen Haftvermittler enthalten.
Bei chemischen Verbindungen sind konstruktiv keine mechanischen Verankerungen der Weichkomponente wie zum Beispiel durch Hinterschneidungen oder Durchbrüche notwendig, wodurch die Teil- und Werkzeugkonstruktion in vielen Fällen erleichtert wird. Partnerkomponenten zum Silikon im Haftbereich sind unter anderem PA, Polyester, PBT und PPS.
Die Kombination von Thermoplast- und Flüssigsilikonverarbeitung erfordert ein anspruchsvolles Werkzeugdesign. Hier ist vor allem die Temperaturführung zu beachten: LSR vernetzt bei hohen Temperaturen im Werkzeug, wogegen auf der Thermoplastseite ein deutlich niedrigeres Temperaturniveau erforderlich ist. Die jeweiligen Bereiche im Werkzeug müssen daher teilweise durch Isolierungen thermisch voneinander getrennt werden.
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