Anhand des Beispiels "Herstellung von Flügelschrauben" wird aufgezeigt, dass sich eine Automation auch für Standardanwendungen rechnet. Neben den wirtschaftlichen Aspekten ergeben sich auch Vorteile im Hinblick auf Qualität und Logistik.
Bei der Herstellung der Flügelschraube wird ein Metallgewindebolzen mit Kunststoff umspritzt. Solche Einlegeteile werden konventionell durch das Bedienpersonal manuell in das Werkzeug eingelegt. Durch den Einsatz eines Robot-Systems kann diese fortlaufende Unterbrechung des eigentlichen Fertigungsprozesses eliminiert und in einen kontinuierlichen Prozess überführt werden.
Der gesamte Produktionsablauf beginnt mit der automatischen Vereinzelung der als Schüttgut angelieferten Gewindebolzen. Die Vereinzelung erfolgt über einen Vibrationswendelförderer mit Linearstrecke, der die Einlegeteile im entsprechenden Kavitätenabstand bereitstellt. Von dort aus werden jeweils zwei Paar von dem Greifer des horizontalen MULTILIFT Robot-Systems aufgenommen und in das Vierfach-Werkzeug eingelegt, nachdem dieser die fertigen Spritzgussteile entnommen hat. Während des nächsten Spritzgießzyklus werden die vier entnommenen Fertigteile durch einen Schwenk der Robot-System-Achse über dem Schacht der Schlauchbeutelverpackung abgegeben, wobei der Folienbeutel vor dem Befüllen noch bedruckt wurde.
Im Vergleich der prozentualen Verteilung der Stückkosten wird eine deutliche Verschiebung innerhalb der Maschinen- und Personalkosten deutlich. Die Personalkosten können durch die Automation deutlich gesenkt werden, wogegen der Anteil der Maschinenkosten entsprechend höher ausfällt.
Die Berechnung der Stückkosten, bezogen auf eine Jahresmenge von 1.000.000 Stück, ergibt ein deutliches Einsparpotential für die automatisierte Anlage.
Setzt man die von der Losgröße abhängigen Stückkosten der beiden Konzepte gleich, errechnet sich ein Break-Even-Point für die automatisierte Anlage bei einer Stückzahl von 447.136 Stück.
Bezogen auf die Produktionszeit wird der Break-Even-Point bereits nach 49 Produktionstagen erreicht. Setzt man einen Gesamtauftrag von 1.000.000 Stück an, ergibt sich für die automatisierte Anlage eine Zeitersparnis von 46 % gegenüber der konventionellen Anlage. Die Berechnungen basieren wiederum auf einer Gesamtnutzungsdauer von nur zwei Jahren.